Thüringen kämpft mit einem wachsenden Fachkräftemangel im Handwerk – besonders deutlich wird dies beim Schornsteinfegergewerbe. Laut dem Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks bleiben im Freistaat regelmäßig Bezirke unbesetzt, während in den meisten anderen Bundesländern die personelle Lage stabil ist.
Die Gründe für die Schwierigkeiten bei der Besetzung sind vielfältig. Neben der geringen Attraktivität des Berufes in ländlichen Regionen spielen auch die hohen Anforderungen an die Ausbildung und die geringe Zahl an Nachwuchskräften eine Rolle. Zudem ziehen viele ausgebildete Schornsteinfeger nach der Lehre in wirtschaftsstärkere Regionen ab.
Die Folgen betreffen vor allem ländliche Gebiete, in denen Anwohner teilweise lange Wartezeiten für notwendige Kontrollen und Abnahmen hinnehmen müssen. Auch Kommunen und Behörden sehen sich mit Verzögerungen bei Bauabnahmen und Brandschutzprüfungen konfrontiert.
Um dem entgegenzuwirken, erwägen Handwerkskammern und Landesregierung Anreize wie Zulagen oder Förderprogramme für Jungunternehmer. Gleichzeitig wird überlegt, die Ausbildungskapazitäten in Thüringen auszubauen und den Beruf durch moderne Technik und bessere Verdienstmöglichkeiten attraktiver zu machen.
Quellen: MDR – Nachrichten, MDR – Deutschland