In Potsdam ist am Samstagabend der Opfer des Anschlags am Rande des CSD in Berlin gedacht worden. Bei der Gedenkveranstaltung rührte der Potsdamer Wolfgang Weber zahlreiche Anwesende zu Tränen mit einer emotionalen Ansprache. „Haltet euch gegenseitig!“, rief er in die Menge – ein Appell, der für viele im Publikum als zentrale Botschaft des Abends galt.
Weber, selbst Teil der queeren Community, kritisierte in seiner Rede die Haltung der Bundesregierung unter Bundeskanzler Merz. Er monierte, dass queere Menschen zunehmend unter Druck stünden und sich von der Politik alleingelassen fühlten. „Wir brauchen mehr als bloße Worte – wir brauchen Schutz, Anerkennung und Tatkraft“, betonte er.
Auch Brandenburgs Sozialminister Sebastian Wilke (parteilos, parteinahe zur SPD) nahm an der Veranstaltung teil und würdigte die Resilienz der queeren Gemeinschaft. Die Regenbogenflagge sei inzwischen „zum Kampfsymbol geworden“, sagte er. Dies zeige, wie sehr Akzeptanz noch immer erkämpft werden müsse. Wilke kündigte zusätzliche Unterstützungsangebote für betroffene Gruppen in Brandenburg an.
Die Gedenkveranstaltung in Potsdam fand friedlich statt, unter Polizeischutz und mit großer öffentlicher Beteiligung. Zahlreiche Bürger brachten Blumen und Kerzen am Luisenplatz nieder, um ihrer Solidarität Ausdruck zu verleihen.
Quellen: Der Tagesspiegel