Gedenkstätten in Sachsen-Anhalt werben für Erinnerungskultur gegen Schuldkult-Vorwürfe

Die Gedenkstätten in Sachsen-Anhalt haben sich angesichts wachsender politischer Polarisierung für eine Stärkung der Erinnerungskultur ausgesprochen. Mit einer neuen gemeinsamen Initiative wollen sie historische Bildungsarbeit stärken und auf die Bedeutung der Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur sowie der DDR-Vergangenheit hinweisen. Gegenüber dem Vorwurf, es gebe einen sogenannten ‚Schuldkult‘, wehren sich die Verantwortlichen deutlich.

‚Erinnerung ist keine Schuld, sondern Verantwortung‘, betonten Repräsentanten mehrerer Gedenkstätten. Die Aufarbeitung der Diktaturen des 20. Jahrhunderts sei eine zentrale Voraussetzung für die Stabilität der Demokratie. Besonders vor dem Hintergrund der bevorstehenden Landtagswahl werde deutlich, wie wichtig kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sei. Die Kampagne richtet sich an Schulen, Kommunen und die breite Öffentlichkeit.

Die Initiative greift auch aktuelle gesellschaftliche Debatten auf, in denen historische Themen zunehmend ideologisch instrumentalisiert würden. Die Gedenkstätten sehen sich in der Pflicht, Falschdarstellungen entgegenzutreten und fundierte Bildungsangebote bereitzustellen. Geplant sind mobile Ausstellungen, digitale Formate und Kooperationen mit lokalen Initiativen.

Quellen: MDR – Nachrichten