Der Ausbau moderner Internetinfrastruktur in Erfurt steht vor einem erheblichen Rückschlag: Die Thüringer Netkom hat bekanntgegeben, dass die geplanten Glasfaserprojekte in fünf Ortsteilen der Landeshauptstadt vorerst nicht weiterverfolgt werden. Betroffen sind unter anderem Stadtrandgebiete, in denen Anwohner seit Monaten auf schnellere Internetanschlüsse warten.
Grund für die Entscheidung sind nach Unternehmensangaben aktuelle wirtschaftliche und logistische Herausforderungen, die eine Weiterführung der Maßnahmen derzeit nicht vertretbar erscheinen lassen. Die betroffenen Bürgerinitiativen reagierten enttäuscht, da viele Haushalte noch immer auf LTE-Niveau-Verbindungen angewiesen sind, während andere Regionen Deutschlands bereits flächendeckend Gigabit-Geschwindigkeiten nutzen.
Die Stadtverwaltung von Erfurt kündigte an, nun intensiv nach alternativen Förderinstrumenten zu suchen, um den Ausbau unabhängig von privaten Anbietern voranzutreiben. Möglichkeiten durch Bundesprogramme oder kommunale Eigeninitiativen sollen geprüft werden. Experten warnen jedoch davor, dass solche Projekte Jahre in Anspruch nehmen können – und befürchten eine weitere digitale Kluft zwischen Stadtzentrum und Außenbezirken.
Quellen: MDR – Nachrichten