Der Hamburger Sprinter Owen Ansah hat bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham eine überraschende Bronzemedaille über 100 Meter gewonnen. Der 24-Jährige zeigte sich dabei von der angespannten Lage rund um eine anhängige Dopinguntersuchung unbeeindruckt und lief mit Nervenstärke ins Finale. Dennoch bleibt die Freude über die Medaille getrübt, da noch nicht entschieden ist, ob Ansah die Leistung behalten darf.
Ansah, der im Stadtteil Altona aufwuchs und für den Hamburger SC startet, lief im Finale eine Zeit von 10,12 Sekunden – sein bestes Ergebnis der Saison. „Was er da gemacht hat, unter diesem ganzen Druck – unfassbar“, zitierte ihn die Welt nach dem Rennen. Die Entscheidung über eine mögliche Sperre aufgrund einer auffälligen Dopingprobe aus dem Vorfeld der Meisterschaft steht jedoch noch aus. Sollte die B-Probe bestätigt werden, droht dem Athleten eine Disqualifikation rückwirkend – inklusive Verlust der Medaille.
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hält sich bisher bedeckt. Man warte die offiziellen Ergebnisse der Analyse ab, hieß es aus Verbandskreisen. In Hamburg selbst ist die Stimmung gemischt: Einerseits jubeln Fans dem Lokalmatadoren zu, andererseits mahnen Sportfunktionäre zur Vorsicht. „Erfolge müssen sauber sein“, sagte ein Sprecher des Hamburger Leichtathletik-Verbandes. Die Stadt, die in den letzten Jahren verstärkt auf den Nachwuchs in der Leichtathletik gesetzt hat, beobachtet die Entwicklung aufmerksam.
Quellen: Welt Online