Hannover: Hacker konstruiert 3D-Druck-Bauplan für Schusswaffe

In Hannover hat ein technikaffiner 3D-Modellbauer unter dem Pseudonym ‚JStark1809‘ Baupläne für eine funktionsfähige Schusswaffe veröffentlicht, die vollständig aus Kunststoffteilen besteht und mit handelsüblichen 3D-Druckern nachgebaut werden kann. Die Waffe, bekannt als FGC-9, feuert echte Patronen und ist laut Sicherheitsbehörden schwer zu kontrollieren, da sie keine metallenen Teile enthält und somit von herkömmlichen Detektoren nicht erfasst wird.

Der Täter, der in Hannover lebt, veröffentlichte die Konstruktionsdateien über verschlüsselte Plattformen im Darknet. Die Bundeskriminalamt (BKA) bestätigte, dass die Dateien bereits mehrfach heruntergeladen wurden und eine reale Gefährdungslage bestehe. Die Polizei in Niedersachsen hat eine Sonderermittlungsgruppe eingerichtet, um die Verbreitung der Pläne im Raum Hannover und darüber hinaus zu unterbinden.

Experten warnen vor einer neuen Ära der unkontrollierbaren Waffenproduktion. Der Fall zeigt, wie technologische Entwicklungen neue rechtliche und polizeiliche Herausforderungen schaffen. „Wir können nicht jedes Wohnzimmer überwachen“, sagte ein Sprecher der Landespolizei. Dennoch laufen Ermittlungen wegen Herstellung und Verbreitung von Waffen nach dem Waffengesetz. Die Landesregierung fordert eine bundesweite Initiative zur Regulierung von 3D-Druckinhalten.

Quellen: ZDF Heute