Hausärztemangel in Thüringen: Jeder Vierte könnte bis 2040 in Rente gehen

Thüringen steht vor einer wachsenden Herausforderung in der medizinischen Grundversorgung: Laut aktuellen Daten des MDR ist mehr als jeder vierte niedergelassene Hausarzt im Freistaat mindestens 60 Jahre alt. Das bedeutet, dass bis zum Jahr 2040 voraussichtlich 403 Ärztinnen und Ärzte altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden werden. Gleichzeitig sind aktuell bereits rund 100 hausärztliche Versorgungsstellen im ländlichen Raum unbesetzt.

Die Folgen sind spürbar: Vor allem in abgelegenen Regionen des Freistaats steigen die Wartezeiten für Termine, während immer mehr Orte als „Unterversorgungsgebiete“ eingestuft werden. Die Landesregierung setzt auf Maßnahmen wie die sogenannte Landarztquote, durch die Medizinstudierende gezielt für eine Niederlassung im ländlichen Raum gewonnen werden sollen. Auch finanzielle Anreize und verbesserte Arbeitsbedingungen sollen junge Ärztinnen und Ärzte ansprechen.

Experten warnen jedoch, dass diese Maßnahmen allein nicht ausreichen. Eine langfristige Strategie müsse her, die neben der Ausbildung auch die Lebensqualität im ländlichen Raum stärkt – mit besserer Infrastruktur, Digitalisierung der Praxen und familienfreundlichen Rahmenbedingungen. Ohne konsequentes Handeln könnte die medizinische Daseinsvorsorge in vielen thüringischen Gemeinden akut gefährdet sein.

Quellen: MDR – Nachrichten