Hessens Ministerpräsident trifft Commerzbank-Chef bei Übernahmedebatte

Im Zentrum der wirtschaftspolitischen Debatte in Hessen steht aktuell die Zukunft der Commerzbank. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) traf am Donnerstag in Frankfurt den Vorstandsvorsitzenden Andrea Orcel, um die strategische Ausrichtung des Frankfurter Geldinstituts zu besprechen. Der Hintergrund: Internationale Finanzinvestoren zeichnen sich als mögliche Interessenten für eine Übernahme ab, was Fragen zur Standortsicherheit und zur Rolle Frankfurts als Finanzplatz aufwirft.

Zwar betonte Rhein, dass die Landesregierung keine direkten Einflussrechte auf das operative Geschäft der Bank habe, doch könne Hessen als wichtiger politischer Akteur Signalwirkung entfalten. „Frankfurt ist nicht nur die Finanzmetropole Deutschlands, sondern auch ein Arbeitgeber von über 10.000 Menschen bei der Commerzbank. Ihre Stabilität ist systemrelevant für Hessen“, so Rhein nach dem Gespräch. Die Landesregierung wolle sicherstellen, dass bei möglichen Strukturveränderungen Arbeitsplätze, Standorte und die regionale Verankerung gewahrt blieben.

Die Commerzbank, deren Hauptsitz im Frankfurter Westend liegt, ist seit Jahren in strategischen Umbrüchen begriffen. Die Diskussion um eine mögliche Übernahme durch ausländische Investoren wird sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik kontrovers diskutiert. Rhein kündigte an, im engen Austausch mit Bundeswirtschaftsministerium, BaFin und Unternehmensführung zu bleiben, um die Interessen Hessens zu vertreten. Experten sehen in dem Treffen einen klaren Versuch, politischen Druck aufzubauen, ohne direkte Handlungsmacht ausüben zu können.

Quellen: FAZ Online