Passagiere eines Intercity-Express (ICE) mussten in der Nacht zum Dienstag in Nordrhein-Westfalen eine mehr als vierstündige Zwangspause im Zug hinnehmen. Der Grund: Ein umgestürzter Baum traf während eines Gewitters die Oberleitung und unterbrach die Stromversorgung. Der Zug war zwischen zwei Bahnhöfen auf freier Strecke stehen geblieben und konnte nicht weiterfahren.
Ohne elektrische Energie fielen Beleuchtung, Klimaanlage und Kommunikationssysteme aus. Die Fahrgäste saßen in stickigen Wagen, teils bei steigenden Temperaturen. Laut Augenzeugenberichten wurde zunächst unklar, wie lange die Wartezeit dauern würde. Die Deutsche Bahn leitete Notmaßnahmen ein und schickte eine Diesel-Lokomotive zur Bergung – ein Prozess, der aufgrund logistischer Herausforderungen deutlich länger dauerte als geplant.
Erst nach über vier Stunden konnte der Zug abgeschleppt und an einen nahegelegenen Bahnhof geführt werden. Von dort wurden die Reisenden auf andere Züge verteilt. Die Bahn entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und verwies auf die außergewöhnlichen Witterungsbedingungen. Kritiker fordern jedoch eine bessere Absicherung der Infrastruktur gegen Sturmschäden, insbesondere entlang stark befahrener Strecken in NRW. Die Bundesnetzagentur prüft, ob Sicherheitsstandards nachgebessert werden müssen.
Quellen: Der Tagesspiegel