Immer mehr Senioren in Thüringen arbeiten über das Rentenalter hinaus

In Thüringen nimmt die Zahl der Beschäftigten über dem Rentenalter weiter zu. Wie der Sozialverband VdK am Donnerstag berichtete, entscheiden sich viele Senioren nicht aus Leidenschaft für ihre Arbeit, sondern aus wirtschaftlicher Notwendigkeit dafür, im Job zu bleiben. Die steigende Lebenserwartung und gleichzeitig unzureichende Rentenleistungen treiben zunehmend ältere Bürger dazu, ihren Ruhestand hinauszuzögern.

Die Daten zeigen, dass rund 19 Prozent der älteren Bevölkerung in Thüringen von Armut bedroht sind – ein Wert, der den Druck erhöht, weiterhin ein Einkommen zu erzielen. Experten warnen, dass die Altersarmut besonders in strukturschwächeren Regionen des Freistaats spürbar ist. Dabei spielen Faktoren wie geringe Löhne in der Vergangenheit, Teilzeitbeschäftigungen oder Erziehungszeiten ohne ausreichende Versicherungsansprüche eine entscheidende Rolle.

Der VdK fordert daher eine stärkere Absicherung der Rentner durch eine solidarisch finanzierte Grundsicherung im Alter. Zudem solle die gesetzliche Rente so gestaltet werden, dass sie ein menschenwürdiges Leben auch im Ruhestand ermöglicht. Bislang reiche das Durchschnittseinkommen vieler Ruheständler jedoch nicht aus, um Miete, Heizkosten und medizinische Versorgung dauerhaft zu finanzieren.

Quellen: MDR – Nachrichten