Innerparteilicher Streit belastet BSW-Wahlkampf in Thüringen

Der innerparteiliche Konflikt innerhalb der Sahra-Wagenknecht-Partei (BSW) in Thüringen wirkt sich deutlich auf die bundesweite Positionierung der Partei aus. BSW-Bundesvorsitzende Amira Mohamed Ali hat eingeräumt, dass der Zerfall der thüringischen Landesorganisation den Wahlkampf in benachbarten Bundesländern wie Sachsen-Anhalt negativ beeinflusst habe.

Ali betonte in einer Stellungnahme, dass die öffentliche Spaltung im Freistaat Vertrauen gekostet habe und insbesondere in ostdeutschen Regionen als Zeichen für Instabilität interpretiert worden sei. Der anhaltende Machtkampf zwischen der thüringischen Parteiführung um Katja Wolf und dem Berliner Bundesvorstand habe den Eindruck verstärkt, die Partei könne lokale Anliegen nicht eigenständig vertreten.

Obwohl der Fokus derzeit auf Thüringen liegt, zeichnet sich ab, dass die Entwicklung dort als Testfall für die Handlungsfähigkeit der BSW als landesübergreifende Kraft gilt. Die Abspaltung nahezu der gesamten Landtagsfraktion und mehrerer Minister stellt die Struktur der jungen Partei auf eine harte Probe. Beobachter sehen in dem Konflikt zugleich eine Vertiefung der Spannungen zwischen zentralistischer Führung in Berlin und dezentralen Ansprüchen der Landesverbände.

Die Bundesführung bemüht sich nun, Schadensbegrenzung zu betreiben. Dennoch bleibt unklar, ob die BSW in Thüringen noch genug Unterstützer besitzt, um bei kommenden Wahlen antreten zu können. Die neu gegründete Partei Thüringen.Gerecht könnte zudem Wählerpotenzial abziehen – gerade in sozialpolitisch sensiblen Regionen des Freistaats.

Quellen: MDR – Deutschland