Invasive Ameisenart breitet sich in Jena aus

In Jena macht eine invasive Ameisenart Schule: Die sogenannte Vergessene Wegameise (Tetramorium immigrans) breitet sich in der Stadt zunehmend aus. Eigentlich stammt das Insekt aus Vorderasien und hat sich über den globalen Handel weltweit verbreitet. In Jena ist die Art mittlerweile in vielen städtischen Gebieten heimisch geworden – besonders in Parks, Gärten und entlang von Gehwegen.

Biologen der Friedrich-Schiller-Universität Jena beobachten die Entwicklung mit wachsender Aufmerksamkeit. Obwohl die Ameisen für den Menschen ungefährlich sind, könnten sie einheimische Arten verdrängen. „Sie sind sehr anpassungsfähig und besetzen oft Lebensräume, in denen andere Ameisenarten leben“, erklärt ein lokaler Forscher. „Langfristig könnte dies die lokale Biodiversität beeinträchtigen.“

Die Ausbreitung invasiver Tier- und Pflanzenarten ist kein Einzelfall in Thüringen. Neben der Wegameise haben sich auch Pflanzen wie der Drüsiges Springkraut oder Tierarten wie der Graue Starke verbreitet. Umweltschützer mahnen, dass der Klimawandel und urbaner Wandel solche Prozesse begünstigen. In Jena wird nun geprüft, ob gezielte Monitoring-Maßnahmen notwendig werden, um den ökologischen Einfluss der Ameisen besser zu verstehen.

Gleichzeitig profitiert Jena auch wissenschaftlich von internationaler Forschung: Wie ein weiterer MDR-Bericht zeigt, sind Jenaer Wissenschaftler an einer Arktis-Expedition beteiligt, bei der eine Forschungsstation im Meereis eingefroren wird, um Klimadaten zu sammeln – ein Zeichen der wachsenden Rolle Jenas in der Umweltforschung.

Quellen: MDR – Nachrichten