Während in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Engagements die Zahl der Freiwilligen sinkt, erleben die Kinder- und Jugendfeuerwehren in Niedersachsen einen unerwarteten Aufschwung. In zahlreichen Kommunen melden Feuerwehrverbände einen deutlichen Anstieg an Anmeldungen – besonders bei den Kinderfeuerwehren für Mädchen und Jungen zwischen sechs und zehn Jahren.
„Das ist das beste Hobby der Welt“, sagt ein zehnjähriges Mitglied der Kinderfeuerwehr in einer Kleinstadt im Landkreis Celle. Unter Anleitung erfahrener Feuerwehrleute lernen die Kinder spielerisch den Umgang mit Ausrüstung, erste Hilfe und Teamarbeit. Die Angebote reichen von Übungen mit Schläuchen über Erkundungstouren im Feuerwehrauto bis hin zu gemeinsamen Ausflügen.
Der Landesverband der Feuerwehren in Niedersachsen sieht in der Entwicklung eine ermutigende Trendwende. „Gerade in ländlichen Regionen, wo die Freiwilligenfeuerwehren oft am Existenzkampf stehen, ist dieser Zulauf ein Hoffnungsschimmer“, betont ein Sprecher. Die frühzeitige Bindung an die Wehr stärke das Gemeinschaftsgefühl und schaffe eine nachhaltige Basis für den späteren Einstieg in die Jugend- und Erwachsenenfeuerwehr.
Die Angebote sind mittlerweile in mehr als 300 Orten im Bundesland etabliert. Viele Wehren setzen dabei auf moderne Konzepte: inklusive Gruppen, geschlechtergerechte Werbung und enge Kooperation mit Kitas und Grundschulen. Auch die Rolle von Eltern wird stärker eingebunden – nicht selten engagieren sich ganze Familien in der Feuerwehr.
Experten sehen in dem Trend eine positive Antwort auf die Herausforderungen des demografischen Wandels. „Wenn Kinder früh Verantwortung übernehmen und sich wertgeschätzt fühlen, bleibt das Ehrenamt attraktiv“, so ein Sozialforscher der Leibniz-Universität Hannover. Der Erfolg der Kinderfeuerwehren könnte nun als Vorbild für andere ehrenamtliche Organisationen dienen.
Quellen: ntv – Nachrichten