Klimaschutz muss nicht langweilig sein – davon sind viele Aktive in Thüringen überzeugt. Trotz sinkender öffentlicher Aufmerksamkeit für Umweltthemen setzen immer mehr Menschen vor Ort eigene Akzente. In Städten wie Erfurt, Jena und Weimar entstehen Initiativen, die zeigen, dass Veränderung oft dort beginnt, wo niemand groß darüber spricht.
Ein Beispiel ist die Initiative „Grüne Winkel“ in Erfurt, die brachliegende Flächen in städtischen Vierteln zu Gemeinschaftsgärten umbaut. „Hier geht es nicht nur um Gemüseanbau, sondern um Begegnung, Bildung und ökologisches Bewusstsein“, sagt Organisatorin Martina Bergmann. Ähnliche Projekte finden sich in Eisenach und Gera, wo Bürgerinnen und Bürger regenerative Energien durch lokale Genossenschaften fördern.
Was diese Engagierten verbindet, ist die Überzeugung, dass gesellschaftlicher Wandel durch Vorbild wirkt. „Wir warten nicht darauf, dass andere handeln“, so Bergmann. „Wir machen es einfach – und merken, wie andere neugierig werden.“
Experten sehen in diesen lokalen Initiativen einen wichtigen Hebel für nachhaltige Transformation. „Politik und Verwaltung können Rahmenbedingungen schaffen, aber echte Akzeptanz wächst oft von unten“, sagt Umweltpsychologe Prof. Thomas Linke von der Universität Jena. Die Lust auf Klimaschutz kehre zurück – wenn sie sichtbar, erlebbar und gemeindebasiert sei.
Quellen: MDR – Nachrichten