Am frühen Morgen des 19. Juli 2026 zog es wieder Tausende Münchner und Besucher aus ganz Deutschland zum Chinesischen Turm im Englischen Garten: Der jährliche Kocherlball war zurück – mit Brotzeit, einem frühen Maß Bier und traditionellem Tanz auf der Freilichtbühne. Schon vor Sonnenaufgang füllte sich das Areal rund um das historische Wahrzeichen mit Menschen in Tracht, darunter viele Kocherl (Köche), Kellner und Dienstboten, deren Berufsstand das Fest einst begründete.
Der Kocherlball, der ursprünglich im 19. Jahrhundert als Treffpunkt der Dienstboten entstand, war lange Zeit von der bayerischen Obrigkeit verboten. Heute ist er ein beliebtes Volksfest, das die bayerische Lebensart zelebriert. „Es ist eine Stimmung, die es so nur in München gibt“, sagte ein langjähriger Besucher gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Musikalisch begleitet wurde das Fest von mehreren Blaskapellen, die bis in die Mittagsstunden bayerische Volksmusik spielten.
Das Event zieht jährlich zwischen 8.000 und 10.000 Gäste an. Trotz des frühen Zeitpunkts herrschte ausgelassene Feststimmung. Die Stadt München hatte die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen, da Parkplätze rund um den Englischen Garten knapp sind. Der Kocherlball gilt als eines der wenigen traditionellen Feste, das nicht kommerzialisiert wurde – Eintritt ist frei, und der Fokus bleibt auf Gemeinschaft, Brauchtum und Frühschoppenkultur.
Quellen: Süddeutsche Zeitung