Korruptionsvorwürfe gegen Justizvollzugsbeamte in JVA Euskirchen

Erneut stehen Justizvollzugsbeamte in Nordrhein-Westfalen im Zentrum von schweren Korruptionsvorwürfen. In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Euskirchen soll ein Häftling unter Eid ausgesagt haben, dass mehrere Wärter ihn dazu aufgefordert hätten, Luxusartikel aus anderen Zellen zu stehlen. Im Gegenzug hätten sie ihm Sonderbehandlungen wie Ausgang oder bessere Unterbringung versprochen.

Die Staatsanwaltschaft hat bereits Ermittlungen aufgenommen. Laut Insider-Informationen beruht die Anklage auf Aussagen eines Insassen, der sich im Rahmen eines Kronzeugenprogramms kooperativ zeigte. Er berichtete von einem strukturellen System der Bestechung, das über einen längeren Zeitraum bestanden haben soll. Es sind nicht die ersten Vorwürfe dieser Art gegen Mitarbeiter der JVA Euskirchen – bereits in den vergangenen Jahren gab es ähnliche Fälle.

Das nordrhein-westfälische Justizministerium hat eine interne Sonderprüfung angeordnet. „Missbrauch von Amtsgewalt und Korruption im Vollzug untergraben das Vertrauen in unser Rechtssystem“, erklärte ein Sprecher. „Jeder Hinweis wird lückenlos aufgeklärt.“ Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte zugleich eine bessere personelle Ausstattung der Justizvollzugsanstalten, um Anreize für solche Machenschaften zu verringern.

Quellen: ntv – Nachrichten