Beim DFB-Pokal-Derby zwischen SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern ist es am Freitagabend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Das Spiel im Carl-Benz-Stadion in Mannheim, das von Beginn an von hochkochenden Emotionen geprägt war, geriet außer Kontrolle, als Fans beider Lager aufeinanderprallten. Die Polizei musste massive Einsatzkräfte auffahren, um die Lage zu entschärfen. Mehrere Beamte wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt, zahlreiche Randalierer wurden vorläufig festgenommen.
Die Eskalation hatte sich bereits vor dem Spiel abgezeichnet. Nach der Auslosung des Duells war klar, dass das historisch aufgeladene Derby eine besondere Sicherheitslage darstellt. Dennoch konnte die gewalttätige Entwicklung nicht verhindert werden. Augenzeugen berichten von Flaschenwürfen, Pyrotechnik auf den Rängen und massiven Schlägereien im Zuschauerbereich. Einige Sektoren mussten evakuiert werden, das Spiel drohte abgebrochen zu werden.
Baden-Württembergs Innenministerium äußerte sich entsetzt über die Vorfälle. „So etwas hat im deutschen Fußball keinen Platz“, hieß es in einer Stellungnahme. Gleichzeitig kündigte das Ministerium eine umfassende Überprüfung der Sicherheitskonzepte für Sportveranstaltungen an. Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der DFB distanzierten sich klar von den Gewalttaten und kündigten Konsequenzen an.
Die Reaktionen aus dem Umfeld der Vereine fallen unterschiedlich aus. Während der FCK-Kapitän von einzelnen Fans provoziert worden sein soll, verweigerte Waldhof-Trainer Mota nach dem Spiel demonstrativ den Handschlag mit FCK-Trainer Lieberknecht. „Ich bin kein Heuchler“, begründete er seine Entscheidung. Die Debatte über die Verantwortung für die Eskalation läuft auf Hochtouren – sowohl in den Medien als auch in der Politik.
Quellen: ZDF Heute – Nachrichten, Süddeutsche Zeitung, FAZ Online, Der Tagesspiegel