Angesichts der angespannten Lage beim Autobauer Volkswagen hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer deutliche Signale an Politik und Industrie gesandt. Das Werk Zwickau, eines der wichtigsten Standorte für Elektromobilität im Konzern, gilt als gefährdet. In mehreren Medienäußerungen am Montag betonte Kretschmer, dass Sachsen im internationalen Wettbewerb an Wettbewerbsfähigkeit verliere.
„Wir sind zu teuer“, sagte Kretschmer im ZDF und nannte konkrete Handlungsfelder: eine zügige Deregulierung, die Senkung von Energiekosten und eine Anpassung der Arbeitsbedingungen. Auch längere Arbeitszeiten könnten laut ihm eine Option sein, um den Standort langfristig zu sichern. „Die Beschäftigten müssen mitziehen“, so der CDU-Politiker, der einen Dialog mit Betrieben und Gewerkschaften anmahnte.
Das VW-Werk in Zwickau steht symbolisch für den Transformationsdruck in der deutschen Automobilindustrie. Mit dem Umstieg auf Elektrofahrzeuge steigen nicht nur die technischen, sondern auch die wirtschaftlichen Anforderungen an die Produktion. Sollte keine Kostensenkung gelingen, droht nach Expertenmeinung eine Verlagerung von Kapazitäten ins Ausland. Kretschmer appellierte daher an Bund und Länder, regulatorische Hürden abzubauen und Investitionssicherheit zu schaffen.
Quellen: ntv – Nachrichten (DE, 31.08.2026 08:42), ZDF Heute – Nachrichten (DE, 31.08.2026 08:38)