Der Chef der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Rainer Neske, hat eine umstrittene Forderung zur Arbeitsmarktpolitik erhoben: Die Streichung eines gesetzlichen Feiertags im Bundesland. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung argumentierte Neske, dass die Deutschen insgesamt zu wenig arbeiteten, und nannte die Reduzierung eines Feiertags dabei „keineswegs unmenschlich“.
Als Begründung verwies der Bankmanager auf die globale Konkurrenz und die Notwendigkeit, den Wirtschaftsstandort Deutschland – und insbesondere Baden-Württemberg als Hochburg der Industrie – international wettbewerbsfähig zu halten. Die LBBW, als landeseigene Bank ein zentraler Akteur in der baden-württembergischen Wirtschaft, spielt eine Schlüsselrolle bei der Finanzierung von mittelständischen Unternehmen – gerade in Zeiten wachsender regulatorischer Hürden.
Neskes Äußerung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Debatten über Arbeitszeitmodelle, Feiertagsregelungen und Wirtschaftsleistung neue Aufmerksamkeit erhalten. In Baden-Württemberg, das mit einem hohen Anteil an Exportunternehmen besonders auf Produktivität angewiesen ist, könnte eine solche Maßnahme besonders kontrovers diskutiert werden. Während Arbeitgeberverbände bereits vorsichtig Sympathie äußerten, kritisierten Gewerkschaften den Vorschlag als Angriff auf die work-life-balance.
Die Landesregierung in Stuttgart nahm bislang nicht offiziell Stellung. Dennoch könnte die Diskussion neue Wellen schlagen, gerade vor dem Hintergrund laufender Reformdebatten über Bürokratieabbau und wirtschaftliche Effizienz. Ob ein Feiertag tatsächlich gestrichen wird, bleibt unwahrscheinlich – doch die Forderung markiert einen klaren Signalakt aus der Wirtschaftselite des Bundeslands.
Quellen: FAZ Online