Leichtbau aus Chemnitz: Aluminiumschaum soll Flussschifffahrt retten

Die Flussschifffahrt in Sachsen kämpft mit den Folgen des Klimawandels: Häufiges Niedrigwasser auf Elbe und Mulde erschwert den Gütertransport. Um auch bei geringen Wasserständen wirtschaftlich fahren zu können, setzen Forschende der Technischen Universität Chemnitz auf eine innovative Lösung: den Einsatz von Aluminiumschaum im Schiffbau.

Dieses Material kombiniert extreme Leichtigkeit mit hoher Festigkeit. Durch seine poröse Struktur wiegt es nur einen Bruchteil herkömmlicher Stahlbauteile, bleibt aber belastbar. Die Vision: Frachtschiffe, die bei gleicher Ladekapazität deutlich weniger Tiefgang benötigen – und so auch bei niedrigem Wasserstand sicher unterwegs sind.

Das Projekt wird im Rahmen eines bundesweiten Forschungskonsortiums gefördert. Erste Prototypen von Schiffsektionen wurden bereits getestet. „Wir wollen die Binnenschifffahrt krisenfester machen“, sagt Projektleiterin Dr. Lena Hartmann. „Aluminiumschaum könnte ein Game-Changer für nachhaltige Logistik sein.“

Die Entwicklung hat auch wirtschaftliche Perspektiven: Chemnitz könnte sich als Zentrum für Leichtbau-Technologie etablieren. Noch ist das Material teurer als Stahl, doch bei steigender Nachfrage und Produktion sollen die Kosten sinken. Langfristig könnte der Leichtbau auch auf andere Transportbereiche wie Schienen- oder Straßenfahrzeuge übertragen werden.

Quellen: MDR – Nachrichten (DE, 15.08.2026 11:30)