Angesichts anhaltender Trockenheit und historisch niedriger Pegelstände in wichtigen deutschen Flussrouten hat das Bundesland Sachsen gemeinsam mit Thüringen beschlossen, das Sonntagsfahrverbot für Lastkraftwagen auszusetzen. Die Maßnahme tritt vorübergehend in Kraft, um die Verlagerung von Frachten von der bedrohten Binnenschifffahrt auf die Straße zu erleichtern. Bereits zuvor hatten mehrere westdeutsche Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ähnliche Schritte unternommen.
Flusstransport lahmgelegt
Ein Binnenschiff kann bis zu 150 Lkw-Ladungen befördern – doch bei den derzeitigen Niedrigwasserständen können viele Flüsse nur noch eingeschränkt oder gar nicht befahren werden. Besonders betroffen ist die Versorgung mit Kraftstoffen wie Benzin und Diesel, die traditionell über den Rhein und dessen Nebenflüsse verteilt werden. Da der Transport nun verstärkt auf die Straße verlagert werden muss, steigen nicht nur die logistischen Kosten, sondern auch die Spritpreise an den Tankstellen.
Konjunktur- und Umweltrisiken
Die Aufhebung des Fahrverbots gilt als kurzfristige Notlösung, um Lieferengpässe zu verhindern. Allerdings warnen Umweltverbände vor einem Anstieg der Emissionen und einer Überlastung der Autobahnen. Gleichzeitig hoffen Wirtschaftsvertreter, dass die Maßnahme die Versorgungssicherheit im Freistaat stabil halten kann, bis die Pegelstände sich wieder normalisieren. Experten verweisen jedoch darauf, dass solche Extremwetterlagen aufgrund des Klimawandels zunehmend zur neuen Normalität werden könnten.
Quellen: MDR – Deutschland, MDR – Nachrichten