Hessen hat sich gemeinsam mit weiteren Bundesländern dazu entschlossen, das Sonntagsfahrverbot für Lastkraftwagen zeitweise aufzuheben. Grund ist das anhaltende Niedrigwasser an wichtigen Wasserstraßen wie Rhein und Main, das den Binnenschiffsverkehr erheblich beeinträchtigt. Um die Lieferketten nicht zu gefährden, sollen vermehrt Waren über die Straßen transportiert werden.
Die Ausnahmeregelung gilt zunächst für mehrere Wochenenden und betrifft insbesondere schwere Lkw, die sonst sonntags nicht fahren dürfen. Die Entscheidung erfolgte im engen Austausch mit dem Bund und anderen betroffenen Ländern. Auch Hamburg und Schleswig-Holstein haben ähnliche Maßnahmen beschlossen. Der Güterverkehr auf der Schiene bleibt ebenfalls unter Druck, weshalb die zusätzliche Kapazität auf der Straße als notwendiger Ausgleich gesehen wird.
Kritik kommt jedoch von Umweltverbänden, die befürchten, dass die erhöhte Verkehrsdichte zu mehr Emissionen und Lärm führt. Die hessische Landesregierung betont jedoch, dass die Maßnahme rein pragmatisch und befristet sei. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass das Niedrigwasser auch indirekt die Spritpreise beeinflusst, da viele Tanklastzüge auf Schiffe angewiesen sind, um Treibstoff zu transportieren.
Quellen: ARD Tagesschau – Inland