Forscher der Johannes Gutenberg-Universität Mainz haben eine bahnbrechende digitale Plattform zur Erforschung des filmischen Exils im 20. Jahrhundert ins Leben gerufen. Die Online-Datenbank „Mapping German Film Exile“ ermöglicht es Nutzenden, die Lebenswege und künstlerischen Werke von Filmemachern nachzuvollziehen, die während der NS-Diktatur aus Deutschland fliehen mussten. Die Plattform, geleitet von der Filmwissenschaftlerin Professorin Alexandra Schneider, verknüpft biografische Daten, Filmografien und historische Dokumente zu einem interaktiven Netzwerk.
Die digitale Karte zeigt unter anderem Fluchtrouten, Stationen der Emigration und internationale Kooperationen der verfolgten Künstler. Ziel ist es, die oft fragmentarisch überlieferten Geschichten zu rekonstruieren und in den akademischen sowie öffentlichen Diskurs einzubringen. Die Plattform richtet sich sowohl an Wissenschaftler als auch an Bildungseinrichtungen und interessierte Bürger.
„Wir wollen das vergessene Erbe des deutschen Filmschaffens im Exil sichtbar machen“, so Schneider. „Viele dieser Künstler haben im Ausland bedeutende Werke geschaffen, die bis heute kaum bekannt sind.“ Die Plattform wird kontinuierlich mit neuen Daten angereichert und soll künftig auch Schulen und Museen als Bildungsressource dienen.
Quellen: FAZ Online