Die Bayreuther Festspiele haben eine geplante Gedenkfeier zur Aufarbeitung ihrer Festspielgeschichte abgesagt. Der jüdische Autor Michel Friedman, der als Redner eingeladen war, zeigte sich empört über die Entscheidung, die aus Sicherheitsgründen getroffen wurde. Er bezeichnete die Absage als ‚Selbstmord‘ und ein fatales Signal für die Demokratie.
Friedman wollte in seiner Rede über das belastete Erbe des Komponisten Richard Wagner sprechen, der für seine antisemitischen Äußerungen bekannt ist. Die Festivalleitung führte Sicherheitsbedenken als Grund für die Absage an, was Friedman als vorgeschobene Gründe kritisierte. ‚Ich mag es nicht, wenn man mich für dumm verkauft‘, erklärte er und forderte eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.
Die Entscheidung, die Veranstaltung nicht durchzuführen, hat eine Welle der Empörung ausgelöst, sowohl bei den Festspielanhängern als auch in der breiteren Öffentlichkeit. Viele sehen darin ein Versäumnis, sich den dunklen Kapiteln der eigenen Geschichte zu stellen und eine wichtige Diskussion über Antisemitismus und kulturelle Verantwortung zu führen.
Quellen: Spiegel Online, ntv, Welt Online, Der Tagesspiegel