Seit dem Anschlag beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin befinden sich Opfer, Hinterbliebene, Augenzeugen und Helfer in einer schwierigen emotionalen Lage. Der Berliner Opferbeauftragte hat nun betont, dass nach der akuten Krisenphase verstärkt auf persönliche Gespräche gesetzt wird, um die Betroffenen gezielt zu unterstützen.
Die Bedürfnisse der Betroffenen seien vielfältig und unterschiedlich, so der Beauftragte. Während einige von Schockstarre und Angstzuständen berichteten, kämpften andere mit Trauer, Wut oder posttraumatischen Belastungsstörungen. Um adäquat reagieren zu können, wird nun ein Netzwerk aus Psychologen, Sozialarbeitern und ehrenamtlichen Helfern aktiviert, das individuelle Betreuungspläne erstellt.
Die Stadt Berlin hat zudem eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet, über die Betroffene Beratung und psychologische Erste Hilfe erhalten können. Besonders wichtig sei es, betonte der Opferbeauftragte, dass niemand mit den Erlebnissen allein gelassen werde. Die Unterstützung solle niedrigschwellig, diskret und barrierefrei zugänglich sein – unabhängig von Wohnort, Herkunft oder sexueller Identität.
Der CSD-Anschlag hatte nicht nur körperliche Verletzungen, sondern auch tiefe emotionale Wunden hinterlassen. Die Initiative zur psychosozialen Nachsorge gilt als wichtiger Schritt, um das Vertrauen in die Sicherheit öffentlicher Räume wiederherzustellen und die Resilienz der LGBTQ+-Community zu stärken.
Quellen: Der Tagesspiegel