Neues Frühwarnsystem soll vor Vibrionen in der Ostsee warnen

Die steigenden Wassertemperaturen in der Ostsee begünstigen in diesem Jahr besonders früh die Vermehrung von Vibrionen-Bakterien. Diese potenziell gefährlichen Erreger können bei empfindlichen Personen schwere Infektionen verursachen, insbesondere über offene Wunden oder durch den Verzehr von rohen Muscheln. Um Badegäste besser zu schützen, wird nun ein neues Frühwarnsystem eingeführt, das auf aktuellen Umweltdaten und Wetterprognosen basiert.

Das System soll künftig Warnhinweise an Stränden, über Apps und lokale Medien verbreiten, sobald die Konzentration der Bakterien kritische Werte erreicht. Betroffen sind vor allem Küstenabschnitte in Schleswig-Holstein, wo viele Tourist:innen im Sommer die Ostsee nutzen. Besonders ältere Menschen, Kleinkinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem gelten als Risikogruppe.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigte bereits 17 Infektionen in diesem Sommer – darunter auch ein Kleinkind – und meldete zwei Todesfälle im Zusammenhang mit einer Vibrionen-Infektion. Expert:innen betonen, dass die Zahl der Fälle in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat, was mit dem Klimawandel und der Erwärmung der Meere in Verbindung gebracht wird. Die Landesbehörden in Schleswig-Holstein arbeiten eng mit meteorologischen und gesundheitlichen Institutionen zusammen, um das Warnsystem flächendeckend etablieren zu können.

Quellen: MDR – Nachrichten, MDR – Deutschland, ntv – Nachrichten