In Baden-Württemberg wurde erstmals ein neues, durch Mücken übertragenes Virus bei Rindern nachgewiesen. Das Virus, das zur sogenannten Simbu-Serogruppe gehört, löst bei den Tieren Symptome wie Fieber, Durchfall und eine deutliche Abnahme der Milchleistung aus. Laut dem zuständigen Bundesinstitut für Tiergesundheit handelt es sich um eine bislang in Deutschland nicht dokumentierte Erregerart, die vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vorkommt.
Die Entdeckung wirft Fragen zur Ausbreitung exotischer Tierkrankheiten im Zuge des Klimawandels auf. Expert:innen vermuten, dass sich die Verbreitung durch steigende Temperaturen und die zunehmende Präsenz von Stechmückenarten in Süddeutschland begünstigt wurde. Bisher war das Virus lediglich in Asien, Afrika und Teilen Südamerikas bekannt. Es ist nicht als meldepflichtig eingestuft, doch die Behörden beobachten die Lage aufmerksam.
Für die betroffenen Landwirt:innen bedeuten die Erkrankungen wirtschaftliche Einbußen, insbesondere durch Produktionsausfälle in der Milchwirtschaft. Die Veterinärämter haben Empfehlungen zur Stallhygiene und Mückenschutzmaßnahmen an die Betriebe verteilt. Eine Übertragung auf Menschen gilt als unwahrscheinlich, jedoch wird weiterhin erforscht, ob das Virus auch andere Tierarten beeinträchtigen kann.
Quellen: Der Tagesspiegel