Oktoberfest-Kartell unter Druck: Kleiner Wirt klagt gegen etablierte Zeltmacht

Das Oktoberfest in München gilt als eines der größten Volksfeste der Welt – und zugleich als gut geschütztes Kartell. Seit Jahrzehnten werden die begehrten Plätze auf der Theresienwiese fast ausschließlich an dieselben großen Wirtsfamilien vergeben. Doch nun droht diese Ordnung erstmals ernsthaft ins Wanken zu geraten: Ein kleinerer Wiesn-Wirt hat Klage eingereicht, um gegen diskriminierende Vergaberichtlinien vorzugehen.

Laut aktuellen Berichten argumentiert der Kläger, dass die Entscheidungsträger des Festivals transparente Kriterien verletzen und kleinere Betriebe systematisch benachteiligen. Obwohl offiziell alle Bewerber gleich behandelt werden sollen, seien die Genehmigungen über Jahre hinweg an dieselben Großkonzerne gegangen, die über bessere finanzielle Mittel und politische Verbindungen verfügen. Dies schließe innovative oder regionale Alternativen aus.

Die Reaktion aus dem Wiesn-Umfeld fällt heftig aus. Mehrere große Wirte weisen die Vorwürfe zurück und warnen vor einer „Kommerzialisierung durch Justiz“. Dennoch sehen Beobachter in der Klage einen möglichen Wendepunkt – besonders, da das Thema auch außerhalb Bayerns auf Interesse stößt. Sollte das Gericht zugunsten des Klägers entscheiden, könnte dies nicht nur die Zusammensetzung der Zelte verändern, sondern auch das gesamte Geschäftsmodell des Festes neu definieren.

Quellen: Spiegel Online – Schlagzeilen (DE, 11.09.2026 06:34)