Prozessauftakt in Erfurt: GdP-Funktionäre wegen Untreuevorwürfen vor Gericht

Ein juristisches Aufsehen erregender Prozess beginnt heute vor dem Landgericht Erfurt: Vier Funktionäre der Gewerkschaft der Polizei (GdP) müssen sich wegen Vorwürfen der Untreue verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, Einnahmen aus Seminaren und Fortbildungen nicht korrekt verbucht und damit gegen satzungsgemäße Vorgaben verstoßen zu haben.

Den Männern wird vorgeworfen, dass Einnahmen in Höhe von mehreren zehntausend Euro nicht ordnungsgemäß an die Gewerkschaftsleitung gemeldet wurden. Stattdessen sollen diese Mittel über Umwege abgezweigt oder privat genutzt worden sein. Die Staatsanwaltschaft spricht von systematischem Fehlverhalten über einen längeren Zeitraum.

Die GdP Thüringen betonte nach Bekanntwerden der Anklage, dass es sich um eine interne Angelegenheit handle und die betroffenen Personen inzwischen aus ihren Ämtern zurückgetreten seien. Dennoch wirft der Fall Fragen nach der finanziellen Transparenz innerhalb der Polizeigewerkschaft auf. Das Verfahren in Erfurt könnte auch bundesweite Beachtung finden, da ähnliche Strukturen in anderen Landesverbänden bestehen.

Die Verhandlung wird voraussichtlich mehrere Tage dauern. Die Verteidigung kündigte an, die Vorwürfe zurückzuweisen. Ein Sprecher der Gewerkschaft betonte, dass die GdP weiterhin für die Rechte der Polizistinnen und Polizisten stehe, unabhängig von einzelnen Fehlern in der Vergangenheit.

Quellen: MDR – Nachrichten