Reservistenverband fordert Rückzug geheimer Nato-Krisenpläne aus Sachsen-Anhalt

Der Chef des Reservistenverbands, Bastian Ernst (CDU), hat nach dem AfD-Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt drastische Maßnahmen zur Sicherung geheimer Verteidigungspläne gefordert. Hintergrund ist die Befürchtung, dass eine mögliche AfD-Landesregierung Zugriff auf den sogenannten ‚Operationsplan Deutschland‘ (Oplan) erhalten könnte – ein 1000-seitiges, streng geheimes Dokument mit detaillierten Anweisungen für den militärischen Ernstfall und die Zusammenarbeit mit der Nato.

Ernst warnte vor einer potenziellen Gefahr für die nationale Sicherheit, insbesondere vor dem Hintergrund enger Kontakte einzelner AfD-Politiker zu russischen Akteuren. Der Plan liegt aktuell bei allen 16 Landesregierungen vor, um im Krisenfall koordiniert reagieren zu können. Doch nach dem Wahlausgang in Sachsen-Anhalt pochen Sicherheitskreise darauf, das Dokument aus Magdeburg zurückzuziehen oder zumindest unter Bundeskontrolle zu stellen.

Auch andere Parteien reagieren besorgt. Laut der ZEIT befürworten SPD, Grüne und Linke sogar den Einsatz des im Grundgesetz verankerten Bundeszwangs, um die Handlungsfähigkeit eines möglichen AfD-geführten Landes zu begrenzen. Der Fall zeigt, wie tief die Ängste vor einer Erosion demokratischer Kontrollmechanismen in Deutschland mittlerweile reichen – besonders in einem Bundesland, das nun als erstes eine rechtspopulistische Regierung bekommen könnte.

Quellen: FAZ Online (DE, 14.09.2026 02:23), ntv – Nachrichten (DE, 14.09.2026 02:00), T-Online Nachrichten (DE, 14.09.2026 00:10), Welt Online (DE, 13.09.2026 23:21), ZEIT Online – Deutschland (DE, 13.09.2026 22:24)