Rhein sinkt auf kritische Werte: Binnenschifffahrt in Rheinland-Pfalz vor Zerlegung der Wasserstraße

Die Lage an der Rheinschifffahrt spitzt sich weiter zu: Am Pegel Kaub im rheinland-pfälzischen St. Goar-Oberwerth wird in den kommenden Tagen ein neuer historischer Tiefstand erwartet. Bei diesem Schlüsselpunkt, der als Indikator für die Schifffahrt zwischen Ober- und Niederrhein gilt, könnte der Wasserstand so stark absinken, dass die wichtige Wasserstraße faktisch zweigeteilt wird.

Laut dem Verband der Deutschen Binnenschifffahrt wäre dies eine Katastrophe für den Gütertransport. „Wenn Kaub unter 40 Zentimeter fällt, bricht der reguläre Frachtverkehr zusammen“, hieß es in einer aktuellen Warnung. Aktuell werden bereits reduzierte Ladungen transportiert, doch bald könnte kein einziger Lastkahn mehr wirtschaftlich oder gar sicher die Strecke bewältigen.

Rheinland-Pfalz ist besonders betroffen, da hier einige der engsten und flachsten Passagen des Flusses liegen. Die Region lebt seit Jahrhunderten von der Schifffahrt – heute sind es vor allem Chemiekonzerne, Energieversorger und Logistikunternehmen, die auf die reibungslose Beförderung von Rohstoffen angewiesen sind. Sollte das Niedrigwasser andauern, drohen Lieferengpässe und massive Mehrkosten durch Umschlag auf Lkw und Bahn.

Experten machen auch langfristige klimatische Veränderungen dafür verantwortlich. Immer häufiger wiederkehrende Trockenperioden gefährden die Rolle des Rheins als zentrale Verkehrsader Europas. Die Landesregierung in Mainz prüft derzeit Notfallpläne, darunter temporäre Baggerschnitte und verstärkte Koordination mit benachbarten Bundesländern.

Quellen: ntv – Nachrichten