Das Finanzamt in Schleswig-Holstein nimmt Rentnern künftig einen Großteil der Bürokratie ab: Behörden des Landes beginnen mit der automatischen Erstellung von Steuererklärungen für ältere Bürger. Bisher mussten Rentner oft bis zu zehn Stunden investieren, um ihre Steuerunterlagen korrekt auszufüllen – eine Hürde, besonders für jene, die wenig Erfahrung mit digitalen Formularen haben oder komplexe Einkunftsverhältnisse aufweisen.
Durch das neue Verfahren erhalten betroffene Rentner künftig bereits vorab ausgefüllte Steuererklärungen vom Finanzamt. Diese basieren auf Daten, die die Behörden ohnehin bereits besitzen – etwa aus der Rentenversicherung, Kapitalerträgen oder geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen. Die Empfänger müssen lediglich prüfen, ob alle Angaben vollständig und korrekt sind, und die Erklärung gegebenenfalls mit zusätzlichen Informationen ergänzen.
Schleswig-Holstein ist eines der ersten Bundesländer, das dieses Service aktiv einführt. Die Maßnahme zielt darauf ab, die steuerliche Teilhabe älterer Menschen zu erleichtern und gleichzeitig die Bearbeitungsdauer bei den Ämtern zu verkürzen. Experten sehen darin einen wichtigen Schritt zur Digitalisierung der Verwaltung und zur Entlastung einer wachsenden Gruppe von Bürgern, die regelmäßig steuerpflichtig wird, obwohl ihr Einkommen hauptsächlich aus der Rente stammt.
Das Modell soll zunächst evaluiert werden, könnte aber als Vorbild für andere Bundesländer dienen. Kritiker verweisen allerdings auf Datenschutzbedenken und fordern klare Transparenzregeln, wie personenbezogene Daten verarbeitet und gespeichert werden. Dennoch gilt die Initiative als wegweisend im Bereich der bürgernahen Verwaltungsdienstleistungen.
Quellen: T-Online Nachrichten