Schwesig kritisiert Rente nach 45 Jahren: „Leistung muss sich lohnen“

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat die geplante Reform der abschlagsfreien Altersrente scharf kritisiert. Besonders betroffen seien Menschen, die ein Leben lang gearbeitet hätten – insbesondere in den neuen Bundesländern.

„Man sollte nicht nur nach Lebenserwartung gehen“, warnte Schwesig in einer aktuellen Stellungnahme. Die geplante Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren würde vielen Beschäftigten in strukturschwachen Regionen das Gefühl geben, dass ihre Lebensleistung nicht anerkannt werde. „Leistung muss sich lohnen – besonders, wenn sie über Jahrzehnte erbracht wurde“, betonte die Landesregierungschefin.

Die Debatte wird vor allem im Osten Deutschlands emotional geführt. Viele Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern haben aufgrund der Wiedervereinigung und der wirtschaftlichen Umbrüche in den 1990er Jahren oft mit Unterbrechungen gearbeitet, blieben aber über Jahrzehnte in der Versicherungspflicht. Die Regelung der 45-jährigen Versicherung sollte genau diesen Personenkreis eine faire Altersgrenze ermöglichen.

Schwesig fordert nun, dass die Bundesregierung bei der Rentenreform regionale Unterschiede stärker berücksichtigt. Ohne eine Sonderregelung drohe eine zusätzliche Abwanderung aus dem Osten, da viele ältere Arbeitnehmer früher aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden müssten – oder bis ins hohe Alter weiterarbeiten müssten, um finanziell abgesichert zu sein.

Quellen: Welt Online