Die Sicherheitsbehörden in Sachsen-Anhalt bereiten sich auf mögliche Gewaltausbrüche im Anschluss an die bevorstehende Landtagswahl vor. Wie aus internen Polizeidokumenten hervorgeht, werden Szenarien wie Angriffe auf Parteibüros, Stürme auf das Landtagsgebäude oder die Besetzung öffentlicher Einrichtungen ernsthaft befürchtet. Die Dokumente, die von der WELT eingesehen wurden, zeigen eine besorgte Lageeinschätzung der Behörden.
Speziell das sogenannte ‚Kapitol-Szenario‘ – eine gewaltsame Besetzung des Landtags durch radikale Gruppen – wird als realistische Bedrohung eingestuft. Dazu kommen konkrete Hinweise auf mögliche Angriffe auf Büros der SPD, Grünen und Linken, die in den vergangenen Wochen bereits mit Sachbeschädigungen und Drohungen konfrontiert waren. Die Polizei hat daher ihre Einsatzpläne überarbeitet und verstärkte Kontrollen in Magdeburg sowie an symbolträchtigen Orten angeordnet.
Experten verweisen darauf, dass die polarisierte Stimmung im Vorfeld der Wahl, gepaart mit Verschwörungserzählungen in sozialen Medien, ein explosives Potenzial birgt. Die Behörden arbeiten eng mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz zusammen, um extremistische Aktivitäten frühzeitig zu erkennen. Auch das Bundesinnenministerium hat die Lage in Sachsen-Anhalt als besonders brisant eingestuft und steht im engen Austausch mit den Landesbehörden.
Quellen: Welt Online, MDR – Nachrichten