Die Milchbauern in Hessen kämpfen aktuell mit einer Doppelspitze aus klimatischen und marktwirtschaftlichen Herausforderungen. Nach einem extremen Hitzesommer, der zu erheblichen Ernteausfällen und Futterknappheit führte, rutschen nun auch die Erzeugerpreise für Milch spürbar ab. Grund dafür ist ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage: Die Milchproduktion ist gestiegen, während die Nachfrage insbesondere im Exportbereich verhalten bleibt.
Hessens Bauernpräsident Karsten Schmal betont, dass diese Entwicklung „viele Betriebe massiv belastet“. Besonders kleinere und mittlere landwirtschaftliche Unternehmen stünden unter Druck, da sie weniger Spielraum hätten, um Preisschwankungen auszugleichen. Der Hitzesommer hatte bereits zu geringeren Erträgen bei Grünland und Silomais geführt – beides essentielle Futtermittel für Milchkühe. Dadurch stiegen die Produktionskosten, während sich die Erlöse durch sinkende Milchpreise verringerten.
Um mit der Überschussmilch umzugehen, greifen einige Molkereien verstärkt auf Verarbeitungsschritte wie die Umwandlung in Pulver- oder Käsewaren zurück. Doch auch hier sind Kapazitäten begrenzt. Schmal fordert daher eine stärkere Marktsteuerung sowie bessere Absicherungsmöglichkeiten für Landwirte in Krisenzeiten. Langfristig müsse zudem auf eine klimaresilientere Landwirtschaft gesetzt werden, um solche Extremsituationen besser bewältigen zu können.
Quellen: FAZ Online