Die partielle Sonnenfinsternis am Abend des 12. August 2026 hat Tausende Berlinerinnen und Berliner ins Freie gelockt. Besonders am Tempelhofer Feld brach bei Eintritt der Verdunklung tosender Applaus aus, während Familien, Jugendgruppen und Sternenfreunde gemeinsam durch Spezialbrillen in den Himmel blickten. Auch am Großen Planetarium in Prenzlauer Berg war die Stimmung ausgelassen – die Polizei musste den U-Bahnhof zeitweise sperren, um die Menschenmengen zu kontrollieren.
Kurz nach der Sonnenfinsternis folgte zudem der Höhepunkt des Perseiden-Meteorschauers in der Nacht, was das astronomische Ereignis für viele zu einem doppelten Naturschauspiel machte. Das Planetarium am Insulaner im Südwesten Berlins, das aktuell noch renoviert wird, plant künftig, solche Momente stärker in seine Bildungsangebote einzubinden. Es soll zu einem Bürger-Forschungszentrum ausgebaut werden, wo Besucher nicht nur zuschauen, sondern selbst forschen können.
Trotz der Euphorie warnen Experten vor Risiken. Ein Berliner Augenarzt betonte gegenüber dem Tagesspiegel, dass bereits kurzes, ungeschütztes Hinsehen in die Sonne zur sogenannten „solar retinopathy“ führen könne – einer Netzhautschädigung mit teilweise irreversiblen Folgen. Wer nach dem Betrachten der Sonne Sehstörungen wie Flecken oder verschwommene Sicht bemerke, solle unverzüglich einen Augenarzt aufsuchen. Parallel dazu erinnert eine historische Entdeckung an die lange Tradition der Sonnenbeobachtung: Eine genaue Zeichnung der Sonnenfinsternis von 1706 durch die Nürnberger Künstlerin Maria Clara Eimmart wurde kürzlich in der Staatsbibliothek zu Berlin wiederentdeckt.
Quellen: Der Tagesspiegel (DE, 12.08.2026 15:12), Der Tagesspiegel (DE, 12.08.2026 14:53), FAZ Online (DE, 12.08.2026 16:23), Der Tagesspiegel (DE, 12.08.2026 16:25)