Die Staatsanwaltschaft München hat vor einem alarmierenden Anstieg des internationalen Kokain-Handels in der bayerischen Landeshauptstadt gewarnt. Laut aktuellen Ermittlungen werden nicht nur deutlich größere Mengen des Drogenmittels beschlagnahmt, sondern der Stoff sei zudem reiner und gefährlicher als je zuvor. Die Fahnder befürchten eine Zunahme tödlicher Überdosierungen in naher Zukunft.
„Wir beobachten eine Professionalisierung des Drogenhandels, die beispiellos ist“, sagte ein Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft. Internationale Banden setzten immer ausgefeiltere Logistik- und Verschleierungstechniken ein, um Kokain über Europa nach München zu bringen. Die Stadt fungiere zunehmend als Drehkreuz für den Weitervertrieb in andere Regionen Deutschlands und Mitteleuropas.
Die direkten Folgen spürt die Stadt unmittelbar: Polizei und Gesundheitsämter berichten von steigenden Notfalleinsätzen aufgrund von Koks-Konsum. Besonders in den Innenstadtvierteln wie Schwabing und Maxvorstadt sei der öffentliche Drogenkonsum sichtbarer geworden. Experten fordern eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgung, Suchthilfe und Kommunen, um der Entwicklung entgegenzuwirken. Langfristig befürchten Ermittler eine Verschiebung des Drogenmarktes von Heroin hin zu Kokain – mit gravierenden gesundheitlichen und sozialen Folgen für die Stadtgesellschaft.
Quellen: Süddeutsche Zeitung