In der hessischen Gemeinde Birstein wächst die Sorge um die ökologischen Auswirkungen der jahrelangen Grundwasserentnahme für die Stadt Frankfurt. Jährlich werden rund zwei Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Gebiet abgeleitet, um die Versorgung der Großstadt sicherzustellen. Doch während Frankfurt über stabile Wasservorräte verfügt, spürt Birstein die negativen Folgen: Trockenheit, sinkende Grundwasserspiegel und Schäden an der lokalen Flora und Fauna.
Die Wasserentnahme erfolgt über das Wasserwerk Nidderau-Bad Vilbel, das seit Jahrzehnten als wichtige Quelle für die Frankfurter Trinkwasserversorgung dient. Doch in Birstein fragt man sich zunehmend, ob der Preis dafür zu hoch ist. Lokale Umweltaktivisten und Gemeindevertreter warnen vor einer dauerhaften Schädigung der Böden und der umliegenden Wälder. Besonders in Zeiten des Klimawandels und häufiger Dürreperioden sei die Belastung für die Region kaum noch zu verantworten.
Die Frankfurter Stadtwerke betonen hingegen, dass die Entnahme nachhaltig und streng reguliert erfolge. Man sei bemüht, regionale Interessen zu berücksichtigen und die Ökobilanz kontinuierlich zu überprüfen. Dennoch wächst der Druck auf die hessische Landesregierung, eine umfassende Bewertung der langfristigen Auswirkungen vorzunehmen. Ein Dialog zwischen den betroffenen Kommunen und der Landeswasserbehörde steht noch aus. Bis dahin bleibt die Debatte über Wassergerechtigkeit zwischen Stadt und Land virulent.
Quellen: FAZ Online