Studie aus Frankfurt und Darmstadt: KI-Kennzeichnung könnte Kreativität bremsen

Eine neue Studie der Goethe-Universität Frankfurt und der Technischen Universität Darmstadt wirft Fragen zur Wirksamkeit der gesetzlichen Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte auf. Demnach könnte die Verpflichtung, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz offenzulegen, kontraproduktiv wirken – insbesondere für kreative Schaffende.

Die Forschenden untersuchten, wie Urheber in Medien, Kunst und Wissenschaft auf die Erwartung reagieren, ihre Nutzung von KI-Tools deklarieren zu müssen. Ergebnis: Viele Probanden zeigten eine Tendenz zur Selbstzensur, um als „authentisch“ oder „menschlich“ wahrgenommen zu werden. Dies führe dazu, dass sie weniger experimentierten oder innovative Technologien bewusst mieden.

Die Studie warnt davor, dass solche Regelungen unbeabsichtigte Folgen für die Kreativwirtschaft haben könnten. Statt Schutz zu bieten, könnten sie Innovationskraft hemmen. Die Autoren plädieren für differenzierte Ansätze, die zwischen kommerzieller Täuschung und kreativer Unterstützung durch KI unterscheiden.

Als zentrale Forschungsstandorte im Bundesland Hessen unterstreichen die beteiligten Universitäten ihre Rolle in der Debatte um digitale Ethik und Technikfolgenabschätzung. Die Ergebnisse sollen nun in politische Beratungsprozesse einfließen.

Quellen: FAZ Online