Am Montagmorgen erwartet das Stuttgarter Oberlandesgericht das Urteil im hochsensiblen Spionageverfahren gegen drei Männer, die im Verdacht stehen, für den russischen Militärgeheimdienst GRU tätig gewesen zu sein. Die Angeklagten sollen laut Anklage Sabotageakte gegen strategisch wichtige Infrastrukturen in Deutschland vorbereitet haben, darunter auch Anschläge auf Transportwege mit per Post versandten Brandsätzen.
Die Ermittlungen hatten bundesweite Aufmerksamkeit erregt, da die mutmaßlichen Agenten über Monate hinweg in mehreren deutschen Städten unter falscher Identität agierten. Laut Bundesanwaltschaft diente Stuttgart als zentraler Knotenpunkt ihrer Aktivitäten. Die Behörden werfen den Männern vor, Sprengstoff und Brandvorrichtungen beschafft und Testläufe durchgeführt zu haben, um kritische Logistikrouten zu stören.
Der Prozess zog sich über mehrere Monate und galt als einer der bedeutendsten Spionagefälle seit Jahren. Sicherheitsbehörden betonten, dass die Zellen systematisch ausgehoben wurden, bevor konkrete Anschläge verübt werden konnten. Das Urteil könnte nicht nur rechtliche, sondern auch diplomatische Wellen schlagen, da es erneut die Debatte über ausländische Einflussnahme auf deutschem Boden anheizt.
Das Gericht wird voraussichtlich am Vormittag seine Entscheidung verkünden. Beobachter erwarten eine Verurteilung wegen gefährlicher Sabotagevorbereitung und nachrichtendienstlicher Agententätigkeit für einen ausländischen Staat.
Quellen: FAZ Online, Der Tagesspiegel