Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung von Wissenschaftler:innen aus Jena und Dresden wurde mit dem renommierten Ig-Nobelpreis ausgezeichnet – einem Preis, der jährlich kuriose, aber gedankenanregende wissenschaftliche Arbeiten würdigt. Die Auszeichnung geht an die Gruppe für eine Studie zur olfaktorischen Wahrnehmung von menschlichen Körpergerüchen, insbesondere dem Duft von Neugeborenen im Vergleich zum Geruch heranwachsender Jugendlicher.
Die Studie zeigte, dass der Geruch von Babys bei den meisten Menschen automatisch positive emotionale Reaktionen hervorruft – unabhängig davon, ob sie selbst Eltern sind. Mithilfe von fMRT-Scans konnten die Forschenden nachweisen, dass bestimmte Belohnungszentren im Gehirn aktiviert werden, sobald Proband:innen den Schweiß von Neugeborenen riechen. Dieser Effekt scheint evolutionär verankert zu sein und könnte die elterliche Bindung fördern.
Ganz anders verhält es sich bei der Wahrnehmung von Teenager-Gerüchen: Hier stellten die Forschenden fest, dass viele Erwachsene diese als unangenehm bis penetrant beschreiben. Laut Studie liegt dies weniger an einer objektiven chemischen Veränderung, sondern vielmehr an einer kulturellen und psychologischen Bewertung. Der Geruch von Jugendlichen werde oft unbewusst mit Unberechenbarkeit, Rebellion und hormoneller Instabilität assoziiert.
Die Arbeit wurde an der Universität Jena im Bereich Psychologie und Sozialwissenschaften durchgeführt und in Zusammenarbeit mit Kolleg:innen aus Dresden veröffentlicht. Der Ig-Nobelpreis, der traditionell kurz vor den echten Nobelpreisen verliehen wird, ehrt Forschung, die „zuerst zum Lachen bringt, dann zum Nachdenken“. Die Thüringer Forschergruppe nimmt die Auszeichnung mit Humor – betont aber gleichzeitig den ernsthaften Hintergrund ihrer Arbeit: das Verständnis menschlicher sozialer Signale über den Geruchssinn.
Quellen: MDR – Nachrichten