Tod von Serkan Çalar: EVG droht mit Streiks im Regionalverkehr ab Januar

Die Bahngewerkschaft EVG hat mit deutschlandweiten Streiks im Regionalverkehr ab Januar 2027 gedroht, falls die Bundesregierung nicht zeitnah das Strafmaß bei Angriffen auf Zugbegleiter verschärft. Hintergrund ist der tödliche Angriff auf den Schaffner Serkan Çalar, der im Februar 2026 bei einer Ticketkontrolle in Nordrhein-Westfalen getötet wurde. Der Fall hat bundesweit Empörung ausgelöst und bleibt ein zentrales Symbol für die gefährliche Arbeitsrealität im öffentlichen Nahverkehr.

„Die Politiker haben Serkan vergessen. Wir nicht“, betonte ein Sprecher der EVG in einer gemeinsamen Erklärung mit Beschäftigten aus NRW. Die Gewerkschaft fordert nicht nur härtere Strafen für Gewalttaten gegen Zugpersonal, sondern auch bessere technische Ausstattung wie Notrufsysteme, verstärkte Präsenz von Sicherheitsdiensten und strukturelle Verbesserungen im Fahrgastmanagement.

In Nordrhein-Westfalen, einem der dichtesten Schienennetze Deutschlands, ist die Situation besonders brisant. Tausende Zugbegleiter sind täglich im Einsatz – oft allein in Zügen, besonders in der Nacht oder in unterbesetzten Regionalzügen. Seit dem Vorfall in NRW haben sich mehrere Vorfälle mit aggressiven Fahrgästen ereignet, die die Forderungen der Gewerkschaft weiter befeuern.

Die Bundesregierung steht unter Druck, rasch zu handeln. Auch die Landesregierung in Düsseldorf hat sich bereits für mehr Schutz ausgesprochen. Sollte es jedoch zu keiner konkreten Gesetzesverschärfung kommen, droht die EVG mit flächendeckenden Arbeitskämpfen – mit erheblichen Auswirkungen auf den Pendelverkehr in NRW und ganz Deutschland.

Quellen: Der Tagesspiegel, Welt Online