Tödliche Schüsse in Berlin-Weißensee: Brüder wegen Rache-Mord vor Gericht

Am frühen Morgen in Berlin-Weißensee steigt ein 44-jähriger Mann in seinen Transporter – ein alltäglicher Moment, der tödlich endet. Plötzlich fallen Schüsse aus einem vorbeifahrenden Auto. Der Familienvater wird mehrfach getroffen und stirbt noch am Tatort. Die Hintergründe der Bluttat deuten nun auf eine Racheattacke hin: Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Brüder des mutmaßlichen Täters den Mord begingen, um den Tod ihres Cousins zu sühnen, der Monate zuvor bei einem gewalttätigen Streit ums Leben kam.

Die beiden Beschuldigten stehen seit dieser Woche vor dem Berliner Landgericht. Die Anklage wirft ihnen Mord im besonders schweren Fall vor. Zeugenaussagen und Videoaufzeichnungen deuten darauf hin, dass das Fahrzeug, aus dem geschossen wurde, gezielt am Tatort positioniert war. Die Ermittler gehen von einer geplanten Tötung aus. Die Verteidigung hingegen bestreitet die direkte Beteiligung an den Schüssen, räumt aber familiäre Motive ein.

Der Prozess wirft erneut Fragen nach Gewalt unter konkurrierenden Familienclans in Berlin auf. Die Polizei betont, dass die Tat nicht zwangsläufig organisiertem Milieu zuzuordnen sei, aber strukturelle Probleme in bestimmten Stadtteilen sichtbar mache. Die Hinterbliebenen des Getöteten fordern Gerechtigkeit – während die Debatte über Sicherheit in Wohngebieten erneut an Fahrt gewinnt.

Quellen: Der Tagesspiegel