Vereine in Thüringen kämpfen um Nachwuchs – Fehlende Anreize im Osten

Ehrenamtliches Engagement bleibt eine tragende Säule des gesellschaftlichen Lebens in Thüringen. Doch viele Vereine – sei es im Sport, in der Kultur oder im sozialen Bereich – berichten zunehmend von Schwierigkeiten, junge Menschen für langfristige Mitarbeit zu gewinnen. Obwohl Studien zeigen, dass gerade junge Erwachsene häufig bereit sind, sich zu engagieren, stoßen sie in ländlichen und ostdeutschen Regionen auf strukturelle Hürden.

Experten führen dies auf mangelnde Anerkennung, fehlende zeitliche Flexibilität und unzureichende Infrastruktur zurück. Viele Vereine verfügen weder über digitale Kommunikationsmittel noch über Räumlichkeiten, die für junge Leute attraktiv sind. Zudem fehle oft die Möglichkeit, ehrenamtliches Engagement etwa im Rahmen von Bildung oder Berufsausbildung anzuerkennen.

Insbesondere im ländlichen Raum Thüringens verschärft sich das Problem durch Abwanderung und demografischen Wandel. Verbände fordern daher bessere Förderprogramme, mehr Öffentlichkeitsarbeit und gezielte Anreizsysteme – etwa durch Zertifikate, Fahrtkostenzuschüsse oder Kooperationen mit Schulen und Hochschulen. Nur so lasse sich das Potenzial junger Menschen dauerhaft binden, betonen Sozialforscher.

Quellen: MDR – Nachrichten, MDR – Deutschland