Der Abschied des scheidenden Berliner Senats rückt näher – und mit ihm die Bilanz zur Verkehrswende in der Hauptstadt. Während Städte wie Kopenhagen oder Amsterdam als Vorbilder gelten, wie durch mehr Radwege und reduzierten Autoverkehr Lebensqualität gewonnen werden kann, hinkt Berlin laut Experten deutlich hinterher. Obwohl in den vergangenen Jahren einige Radwege errichtet und Tempo-30-Zonen ausgeweitet wurden, fehlt es weiterhin an einem durchgängigen, sicheren Radnetz.
Insbesondere in äußeren Bezirken bleibt die Infrastruktur lückenhaft. Auch die ambitionierten Ziele des Mobilitätsgesetzes – wie die Halbierung des Autoverkehrs im Stadtzentrum bis 2030 – scheinen angesichts des langsamen Umsetzungsfortschritts fraglich. Kritiker werfen dem Senat vor, bei der Umsetzung zu oft auf Kompromisse zu setzen, die letztlich den Autoverkehr privilegieren.
Trotzdem gibt es Erfolge: Die Zahl der Radfahrenden hat zugenommen, und neue Fußgängerzonen in Teilen von Mitte oder Friedrichshain zeigen Wirkung. Der Druck auf die Nachfolge-Regierung wird groß sein, die Verkehrswende konsequenter voranzutreiben – nicht nur aus klimatischen, sondern auch aus gesundheitlichen und sozialen Gründen.
Quellen: Der Tagesspiegel, Welt Online