Vor genau 90 Jahren, am 1. August 1936, wurden in Berlin die XI. Olympischen Sommerspiele eröffnet. Auf dem Reichssportfeld – dem heutigen Olympiastadion im Westen der Stadt – inszenierte das NS-Regime unter Hitler eine gigantische Propagandaveranstaltung, um dem Ausland ein modernes, friedliches Deutschland vorzugaukeln. Tatsächlich war die Stadt für die Dauer der Spiele von antisemitischen Parolen und Maßnahmen befreit, um internationale Kritik zu vermeiden.
Doch die Rechnung des Regimes ging nicht vollends auf. Der afroamerikanische Athlet Jesse Owens gewann vier Goldmedaillen – im 100-Meter-Lauf, 200-Meter-Lauf, Weitsprung und der 4-mal-100-Meter-Staffel – und wurde zum Star der Spiele. Seine herausragenden Leistungen stellten die NS-Rassenideologie auf eine harte Probe, obwohl Hitler Owens bewusst ignorierte. Dennoch feierten ihn die Berliner Zuschauer begeistert – ein Symbol der Widerständigkeit gegen ideologische Verblendung.
Die Spiele markierten zugleich eine technologische Zäsur: Erstmals wurde das olympische Feuer von Olympia nach Berlin getragen, und die Wettkämpfe wurden umfassend gefilmt – unter der Regie von Leni Riefenstahl. Die Aufnahmen dienten später als zentrales Propagandainstrument. Heute erinnert eine Dauerausstellung im Olympiastadion an diese ambivalente Geschichte aus Sport, Politik und Manipulation.
Quellen: Welt Online