Die Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft haben im Kampf gegen die zunehmende Schusswaffengewalt massive Schlaglichtaktionen gestartet. Mehr als 50 Verdächtige sitzen aktuell in Untersuchungshaft, nachdem in den vergangenen Tagen zahlreiche Durchsuchungen und Festnahmen im Zusammenhang mit Schusswaffendelikten erfolgten. Die Taten, oft Teil von Einschüchterungsstrategien krimineller Netzwerke, haben in der Stadt für wachsende Besorgnis gesorgt. Besonders in den Bezirken Neukölln, Wedding und Marzahn wurden vermehrt Schüsse gemeldet – einige davon mit tödlichem Ausgang.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Waffen häufig über Schleusernetzwerke aus Osteuropa nach Berlin gelangen. Neben illegalen Schusswaffen wurden auch Munition und sogenannte „Ghost Guns“ – selbstgebaute, nicht registrierte Waffen – sichergestellt. Die Polizei setzt verstärkt auf vernetzte Ermittlungsstrukturen und baut ihre Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt aus, um die kriminellen Strukturen nachhaltig zu schwächen.
Parallel dazu läuft eine Großrazzia gegen E-Zigarren-Läden und Shisha-Bars, die als Treffpunkte und Umschlagplätze für Drogen und Waffen dienen sollen. Dabei wurden zahlreiche illegale Vapes und Bargeld sichergestellt. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers sprach von einem „Nadelstich“, der aber Signalwirkung haben müsse. Kritiker fordern dagegen strukturelle Maßnahmen statt punktueller Razzien.
Quellen: Der Tagesspiegel, Welt Online