Einmal jährlich zogen sie durch die Dörfer und Städte des süddeutschen Raums: Die sogenannten Bäderzüge, die Tausende Urlauber aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt direkt an die Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern brachten. Besonders beliebt war die Verbindung von Zittau über Weißwasser bis nach Stralsund – eine Reise in eine andere Welt, hin zum Meer, zu frischer Luft und Erholung. Doch heute existieren diese Direktzüge nicht mehr.
Laut einem Bericht des MDR waren Bäderzüge ein fester Bestandteil der Ferienreisen während der DDR-Zeit. Sie ermöglichten auch Menschen mit geringem Einkommen einen kostengünstigen Zugang zum Strandurlaub. Nach der Wende jedoch verlor das Konzept an Bedeutung. Die Umstellung des Bahnverkehrs auf wirtschaftliche Kriterien, der Fokus auf Hochgeschwindigkeitsstrecken und der Aufschwung individualisierter Reiseformen ließen die traditionellen Sonderzüge verschwinden.
Obwohl touristisch heute mehr denn je auf die Ostsee gesetzt wird, bleibt eine Wiederbelebung der Bäderzüge unwahrscheinlich. Zwar gibt es gelegentliche Sonderfahrten oder nostalgische Zugangebote, doch regelmäßige Saisonverbindungen fehlen. Experten verweisen auf mangelnde Nachfrageprognosen und fehlende Infrastrukturkapazitäten im Schienennetz. Gleichzeitig wächst die Diskussion über klimafreundlichen Tourismus – was die Idee eines modernen Bäderzugs wieder interessant machen könnte.
Quellen: MDR – Deutschland