Wassermangel in München: Verbote allein reichen nicht

Die aktuelle Wassersparverordnung in München, die unter anderem das Gießen von Gärten und das Waschen von Autos verbietet, ist symptomatisch für eine tiefgreifende Herausforderung: Der Klimawandel macht sich auch in Bayerns Hauptstadt deutlich bemerkbar. Zwar reagieren die Stadtwerke München mit drastischen Maßnahmen auf sinkende Wasserpegel, doch Experten warnen: Solche Verbote seien nur oberflächliche Lösungen, die das strukturelle Problem nicht angehen.

Im Podcast „Auf den Punkt“ der Süddeutschen Zeitung diskutieren Wissenschaftler und Umweltpolitiker über die Sinnhaftigkeit von kurzfristigen Verboten. „Wir brauchen keine Notverordnungen, sondern langfristige Infrastrukturkonzepte“, fordert eine Hydrologin. Dazu gehörten die Renaturierung von Flussläufen, die Speicherung von Regenwasser und eine grundlegende Überarbeitung der Grünflächenbepflanzung in der Stadt. München setze weiterhin auf versiegelte Flächen und wasserdurstige Rasenflächen – das sei nicht nachhaltig.

Trotzdem sei die aktuelle Maßnahme „symbolisch wichtig“, um das Bewusstsein der Bevölkerung zu schärfen. „Die Leute müssen verstehen: Wasser ist kein unerschöpfliches Gut“, so ein Umweltplaner. Andere Regionen Deutschlands, etwa in der nordostdeutschen Tiefebene, kämpfen bereits seit Jahren mit ähnlichen Bedingungen und haben teilweise ganz andere Bewässerungssysteme etabliert. Bayern hingegen stehe erst am Anfang einer notwendigen Transformation – und die Zeit dränge.

Quellen: Süddeutsche Zeitung