Die einst größte Windkraftanlage im Freistaat Sachsen, gelegen im Vogtland bei Oberwiera, wird abgebaut. Nach wiederholten Beschwerden der Anwohner über ein kaum erträgliches Brummen und Vibrationen im Wohnraum hat der Betreiber schließlich auf Druck der Kommune und der Öffentlichkeit reagiert. Die lokale Bürgerinitiative hatte über Jahre hinweg auf die gesundheitlichen und akustischen Belastungen hingewiesen, die durch die mehr als 200 Meter hohe Anlage verursacht wurden.
„Ich habe nie geglaubt, dass so ein Wunder passiert“, sagte eine Anwohnerin gegenüber dem MDR. „Aber endlich können wir wieder in Ruhe schlafen.“ Die Geräuschemissionen, oft als Infraschall beschrieben, waren von offizieller Seite zunächst ignoriert worden, doch langfristige Messungen und medizinische Gutachten stützten schließlich die Klagen der Bewohner. Das zuständige Umweltamt bestätigte, dass Grenzwerte in bestimmten Lagen überschritten wurden.
Der Abbau der Anlage, die vor mehreren Jahren als Vorzeigeprojekt der Energiewende galt, könnte Auswirkungen auf zukünftige Windkraftvorhaben in Sachsen haben. Kommunen könnten künftig sensibler auf Anwohnerbeschwerden reagieren und Standortplanungen stärker an akustischen Kriterien ausrichten. Die Entscheidung wird in Fachkreisen als Wendepunkt für die Akzeptanz erneuerbarer Energien vor Ort bewertet – nicht zuletzt, weil sie zeigt, dass auch symbolträchtige Infrastrukturprojekte rückgängig gemacht werden können.
Quellen: MDR – Nachrichten